05.02.2024

Gesetzliche Krankenkassen: Keine Entspannung der Finanzlage in Sicht

Zu Beginn des Jahres erhöhten 45 der 94 gesetzlichen Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge, sodass die Gesamtbeiträge zur GKV nun in einer Spanne zwischen 15,5 und 17,3 Prozent des Bruttoarbeitslohns liegen. Aufgrund aufgezehrter GKV-Reserven und trotz des Bundeszuschusses von 14,5 Milliarden Euro sahen viele Kassen die Erhöhung als unausweichlich an. Erneut appellierte der Verband der Ersatzkassen (vdek) an die Bundesregierung, ein Konzept für eine verlässliche Finanzierung der GKV vorzulegen. In einem gemeinsamen Schreiben der Kassenverbandsvorstände riet der vdek, zusammen mit der BKK, der IKK und der Knappschaft, außerdem, „versicherungsfremde Leistungen“ auf den Prüfstand zu stellen. Dazu zählen die genannten Krankenkassen Versicherungsbeiträge für Beziehende von Bürgergeld. Diese geschätzt 10 Milliarden Euro gelte es, aus Steuermitteln und nicht aus Kassenmitteln zu decken – so sieht das auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

Der DGB fordert darüber hinaus, die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) von derzeit knapp 5.000 Euro stufenweise anzuheben, um Menschen mit höheren Einkommen stärker an der GKV-Finanzierung zu beteiligen. Damit einhergehen müsste demnach ebenfalls eine stufenweise Versicherungspflichtgrenze, die heute bei rund 5.500 Euro liegt. In diesem Jahr rechnet das Wissenschaftliche Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung (WIG2) mit einem Defizit von 14 Milliarden Euro und im kommenden Jahr mit einem steigenden Defizit von 18 Milliarden Euro.

Übrigens: Auf individueller Ebene tragen arbeitstätige Rentner:innen unerwartet überproportional zur Finanzierung der Krankenkassen bei: Auch nach Renteneintritt gehen monatlich die Beiträge zur GKV von der Bruttorente ab – wer gleichzeitig aber noch eine weitere Einkommensquelle hat, zahlt doppelt.

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