01.02.2024

Digitale Prävention im Gesundheitswesen: 3 Formen und deren Auswirkungen im Fokus

In Zukunft wird die Bedeutung digitaler Präventionsmaßnahmen im Gesundheitswesen zunehmen. Digitale Prävention, auch sogenannte ePrävention, umfasst (laut BZgA) alle Maßnahmen, die mit oder durch digitale Technologien unterstützt werden und zum Ziel haben, die Gesundheit zu fördern, Krankheiten und Unfälle zu verhüten sowie das Fortschreiten einer Krankheit zu verhindern oder zu verlangsamen.

Dieser Artikel soll dir helfen, ein Grundverständnis für das Thema ePrävention zu entwickeln, und zeigt dir daher verschiedene Formen digitaler Präventionsmöglichkeiten und die damit im Zusammenhang stehenden Möglichkeiten.

Arten digitaler Prävention

Grundsätzlich lassen sich drei Arten von digitaler Prävention unterscheiden:

1.  ePrävention im weiteren Sinne: zielt auf die Verbreitung präventiver Inhalte durch digitale Medien ab

2. ePrävention im engeren Sinne: sind eigenständige präventive Interventionen, die technologisch bereitgestellt werden, zum Beipsiel durch Präventionsapps, Onlinetrainings und Coachingplattformen sowie Fitnesstracker.

3. Hybride Prävention: verknüpfen Online- und Offline-Elemente.

Die ePrävention richtet sich, ähnlich wie klassische Interventionen, an verschiedene Zielgruppen. Die Ausrichtung kann dabei universell (für die Gesamtbevölkerung), selektiv (für spezielle Zielgruppen mit vermutetem Risiko) oder indiziert (für Personen mit gesicherten Risikofaktoren oder manifestierten Störungen/Krankheitsbildern) sein.

Die Wahl der Ausrichtung sollte dabei auf einer Risiko-Nutzen-Abwägung – sie berücksichtigt die Kosten, Risiken und Unannehmlichkeiten der präventiven Intervention– basieren.

Exemplarische Umsetzungen für jede Zielgruppe sind beispielsweise Aufklärungsseiten und Apps für die Gesamtbevölkerung, Integrationsapps für spezielle Zielgruppen, sowie Ernährungsapps und Schulungsprogramme für Personen mit gesicherten Risikofaktoren oder Krankheitsbildern.

Multimodale Ansprache der Sinneskanäle

Ein großer Vorteil der digitalen Prävention ist die multimodale Ansprache verschiedener Sinneskanäle. Digitale Präventionsinterventionen sprechen nicht nur visuelle, sondern auch akustische und haptische Sinneskanäle an. Durch die Nutzung von verschiedenen Medienformaten wie Ton, Textnachrichten und Vibrationsalarmen werden Nutzer:innen auf vielfältige Weise angesprochen. Diese multimodale Herangehensweise ist entscheidend, da das Gehirn Informationen bei gleichzeitig angesprochenen Reizen intensiver verarbeitet.

Insgesamt verdeutlicht diese Entwicklung die steigende Verschmelzung von analogen und digitalen Medien im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung. Der präventive Nutzen liegt nicht nur in der Quantifizierung von Körperdaten, sondern vor allem in der Steigerung der Gesundheitskompetenz durch innovative digitale Ansätze.

Abschließend lässt sich sagen, dass digitale Prävention einen bedeutenden Schritt in Richtung einer ganzheitlichen und effektiven Gesundheitsvorsorge darstellt, indem sie die Vorteile der Digitalisierung optimal nutzt. Allerdings muss sich die ePrävention erst noch beweisen, indem aufgezeigt wird, dass sie für die entsprechenden Zielgruppen oder die Gesamtbevölkerung wirksame Interventionen bereitstellt.

Autor: Dr. Tobias Krick, Founder und Co-CEO Unboxing Healthcare

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