23.02.2024

DiGA-Annahme: Studie bescheinigt Ausbaufähigkeit

In dem am Mittwoch erschienenen BARMER-Arztreport 2024 untersuchte die Krankenkasse die Verordnungsrate von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) unter 1.000 Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen, aber auch die Annahme vonseiten der 1.700 befragten Patient:innen. Die Ergebnisse zeichnen ein gemischtes Bild des Nutzens der meist kostenintensiven Anwendungen. Eine DiGA-Verordnung findet häufig in Kombination mit anderen Therapien statt. Ein überraschendes Ergebnis ist, dass sowohl in den Jahren 2021 als auch 2022 die Zahl der DiGA-nutzenden Patientinnen doppelt so hoch war wie die der Patienten. Positiv fiel 46,5 Prozent der befragten Behandler:innen auf, dass die komplementäre DiGA-Nutzung durch die zu behandelnden Personen sich als sinnvoll erwiese. Als häufigste Anwendungskategorien weist der Report den Einsatz bei Erkrankungen des Bewegungsapparates aus, gefolgt von Adipositas und Tinnitus – diese machen die Hälfte der rund 300.000 Verschreibungen in den Jahren von 2020 bis 2023 aus. Dass die „DiGA noch lange nicht in der medizinischen Versorgung Deutschlands angekommen“ sei, wie es in der Studie heißt, ist auf Unsicherheiten im Umgang mit den Anwendungen zurückzuführen.

So gibt rund ein Drittel der Behandler:innen an, zu wenig Kenntnisse zu besitzen; rund 25 Prozent bescheinigen sich einen guten Kenntnisstand. Für das vergangene Jahr ergibt sich eine Quote von 56 Prozent bei der Verordnung mindestens einer DiGA; 44 Prozent der befragten Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen verschrieben demnach keine einzige DiGA in dem Zwölfmonatszeitraum. Als ausbaufähig beschreibt BARMER-Vorstandschef Prof. Dr. Straub auch in diesem Zusammenhang die Darstellung der Anwendungen im zentralen DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), es bedürfe einer vereinheitlichen und verständlicheren Darstellung. Und die wohl folgenschwerste Beobachtung der Forschenden ist die folgende: Rund jede:r Dritte der Befragten brach die DiGA-Nutzung frühzeitig ab, das heißt die vorgesehene Erstanwendungsdauer von 90 Tagen wurde unterschritten. 60 Prozent der vorzeitigen Abbrüche sind entweder auf das angegebene Nichterfüllen der Erwartung oder den Eindruck des Ausbleibens der Symptombesserung zurückzuführen. Empfohlen wird die Einführung eines Testzeitraums von 14 Tagen.

Autor: Nico Amiri

Weiterführende Informationen:

BARMER-Arztreport 2024

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