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Peter Laaks

Redaktion

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Deep Dive

Digitalisierungsstrategie: Eine neue Ära durch KI im Gesundheitswesen

Damit die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorankommt, drängt die Bundesregierung auf die Beschleunigung der elektronischen Patientenakte (ePA) und des E-Rezepts sowie auf die bessere Nutzung von Gesundheitsdaten in der Forschung. Digitale Lösungen können darüber hinaus in vielen weiteren Gesundheitsbereichen unterstützen: KI-basierte Spracherkennung zum Beispiel, kann Ärzt:innen und Pflegekräften die alltägliche Dokumentationsarbeit erleichtern und gleichzeitig die Patient:innenversorgung verbessern.

Weniger Administration, mehr Zeit für Patient:innen

Sprachliche Interaktionen sind eine wesentliche Grundlage der Medizin. Die Digitalisierung von medizinischer Sprache und Dokumentation ist daher ein wichtiger Schritt, um neue Interaktionsformen zu schaffen und das Personal zu entlasten. Um die Auswirkungen des andauernden Fachkräftemangels abzufedern, braucht es vor allem effizientere Prozesse, die intuitiv und einfach sind. Dafür ist die richtige Technologie entscheidend.

„Die Cloud ist die Grundlage für all diese Entwicklungen, denn sie gewährleistet die hohe Leistungsfähigkeit und ständige Erreichbarkeit und Verarbeitung der Daten“

Spracherkennungslösungen wie Dragon Medical One ermöglichen es Mitarbeitenden, Informationen direkt in die Kurve beziehungsweise Patientenakte, zum Beispiel ins Krankenhausinformationssystem (KIS), zu diktieren. Diese Cloudlösung wird in deutschen ISO 27001-zertifizierten Microsoft Azure-Rechenzentren gehostet, wodurch die DSGVO-Compliance und ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet wird. Durch die Verfügbarkeit aller Ergebnisse in Echtzeit, dem hohen Detailgrad sowie dem klaren Aufbau der Software sorgt die Lösung für Zeitersparnis. Zahlreiche Nutzer:innen bestätigen die Entlastung im Arbeitsalltag und die verbesserte Sicherheit, Qualität und Effizient in der Patient:innenversorgung.

Die Dokumentation bietet Optimierungspotenzial

Ein Beispiel von vielen ist die Johannesbad Gruppe. Das Unternehmen betreibt in mehreren Bundesländern Fachkliniken und Gesundheitszentren, die neben stationärer und ambulanter Rehabilitation auch Leistungen in den Bereichen Orthopädie, Neurologie, Akutschmerztherapie, psychosomatische Medizin und Psychotherapie anbieten. Entsprechend hoch ist der Bedarf des Gesundheitsdienstleisters an Ärzt:innen, aber auch an Therapeut:innen und Pflegepersonal.

Um den Auswirkungen des Fachkräftemangels zu trotzen, musste die Gruppe einen Weg finden, ihre Ressourcen im Personalbereich effizienter einzusetzen und Prozesse zu optimieren, damit sie mit weniger Arbeitskräften auskommt. Optimierungspotenzial wurde insbesondere bei der Dokumentation gesehen. Diese ist für die Organisation nicht nur ein fester und notwendiger Bestandteil des Klinikalltags, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Abläufe genauestens dokumentiert oder Entlassungsbriefe für die Anschlussbetreuung von Patient:innen fristgerecht an die Leistungstragenden übersendet werden. In der Praxis ist dies aber mit einem hohen Zeitaufwand verbunden – Zeit, die nicht mit den Patient:innen verbracht werden kann.

Deshalb hat die Johannesbad Gruppe eine Cloud-Spracherkennungslösung implementiert. Ein ausschlaggebendes Argument für die Software war dabei die einfache und intuitive Handhabung. Selbst Mitarbeitende mit geringerem digitalen Verständnis benötigten nur eine kurze Einarbeitungsphase, um mit der Lösung umgehen zu können.

Den Blick in die Zukunft gerichtet

Spracherkennung unterstützt heute schon in vielen Krankenhäusern, Praxen und anderen Gesundheitseinrichtungen die Mitarbeitenden. Schon heute spielt sie in den USA dank Large Language Models (LLMs) eine noch größere Rolle und gestaltet die Gesundheits- und Pflegeversorgung schneller, besser und innovativer.

LLMs sind als Teilbereich generativer KI beispielsweise in der Lage, unstrukturierte Informationen aus Sprache, Text oder allgemein Dateien zu lesen und den Inhalt weiterzuverarbeiten. Auch gescannte Ärzt:innenbriefe oder MRT-Befunde im PDF-Format werden so auch ohne gliedernde Barcodes im Wortsinn vollständig lesbar. Zudem können Lösungen, wie zum Beispiel DAX Copilot Ärzt:innen-Patient:innen-Gespräche transkribieren und die daraus resultierenden medizinischen Sachverhalte in jedem beliebigen Zielsystem strukturiert erfassen, wobei medizinisch nicht-relevante Inhalte verworfen werden.

Markus Vogel

Markus Vogel | Chief Medical Information Officer Nuance | Microsoft | LinkedIn | Foto: Nuance | Microsoft

Die von Nuance | Microsoft für das Gesundheitswesen entwickelte Lösung erstellt mit Zustimmung der Patient:innen aus den Gesprächen automatisch die medizinische Dokumentation. Die neueste Generation unter dem Namen Dragon Ambient eXperience (DAX) Copilot ist in den USA erfolgreich im Einsatz und Ärzt:innen berichten von enormer Zeitersparnis und der intuitiven, geradezu magischen Handhabung. Die Lösung nutzt dabei die Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit der Microsoft Cloud for Healthcare, die auch in Deutschland verfügbar ist. Es kombiniert Konversations- und Ambient-KI mit dem neuesten generativen KI-Modell und ermöglicht es Ärzt:innen, mehr Zeit für die Patient:innenversorgung aufzuwenden. Das zugrundeliegende generative KI-Modell erstellt aus der Unterhaltung eine strukturierte medizinische Dokumentation, die das medizinische Personal anschließend gegebenenfalls ergänzen kann, überprüft und freigibt. Es geht also um eine Erleichterung, einen Copiloten!

Das Tempo beschleunigen

Die Cloud ist die Grundlage für all diese Entwicklungen, denn sie gewährleistet die hohe Leistungsfähigkeit und ständige Erreichbarkeit und Verarbeitung der Daten. Aber gerade im deutschen Gesundheitswesen gibt es oft unbegründete Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Deshalb ist es wichtig, dass auf nationaler und EU-Ebene ein gemeinsamer und klarer rechtlicher Rahmen für den Einsatz von KI- und Cloudlösungen festgelegt wird. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der neue europäische Rechtsakt zur Künstlichen Intelligenz (AI Act), der darauf abzielt, das Vertrauen in sichere und ethische KI-Anwendungen zu stärken, die Innovation zu fördern und den Binnenmarkt zu harmonisieren. Das sieht auch die deutsche Microsoft CEO Marianne Janik so: „Microsoft ist schon lange führend in der Entwicklung von KI-Lösungen, und viele Unternehmen, groß und klein, verlassen sich seit langem auf unsere verantwortungsvollen, sicheren Anwendungen und Infrastrukturen. Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, um die Einführungsgeschwindigkeit neuer Technologien wie beispielsweise generativer KI zu steigern – vor allem im Gesundheitswesen. Davon profitieren wir alle.“

 

Weitere Informationen:

  • Bundesregierung (2023) Elektronische Patientenakte Neustart für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Abgerufen von: LINK
  • Microsoft | Nuance (2024) Dragon Medical Online: KI-Workflow-Assistent & Dokumentationsbegleiter. Abgerufen von: LINK
  • Microsoft | Nuance (2023) Krankenhaus in der Cloud: Was wir brauchen. Abgerufen von: LINK
 
 

QR-Code-Download des Whitepapers „Krankenhaus in der Cloud: Was wir brauchen “:

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