10.07.2024

Das Berlin Center for Gene and Cell Therapies von Bayer und der Charité: Ein Schritt in die Zukunft der Gesundheitsversorgung

Vor wenigen Tagen wurde in Berlin das neue Translationszentrum für Gentherapien und Zelltherapien, mit großem politischem Bahnhof, feierlich eröffnet. Die Kooperation zwischen dem Pharmakonzern Bayer und der renommierten Charité – Universitätsmedizin Berlin, will innovative Behandlungsmöglichkeiten schneller in die Versorgung bringen und Patient:innen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig gilt es als Grundstein für ein Biotech-Ökosystem für neuartige Therapien in Berlin.

Das Zentrum stellt einen neuen Schritt für die Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung dar, indem es die Brücke zwischen innovativer Wissenschaft und praktischer medizinischer Versorgung schlägt. „Gen- und Zelltherapien sind ein großer medizinischer Fortschritt. Sie können dort helfen, wo wir mit herkömmlichen Methoden an Grenzen stoßen. Weil es sich um hochinnovative Medikamente handelt, ist ihre Entwicklung aber deutlich komplexer als bei anderen Arzneimitteln“, erklärte Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, die prominente Partnerschaft. „Wenn wir diese Therapien schnellstmöglich zu den Patient:innen bringen wollen, müssen wir neue Wege gehen. Mit der intensivierten Partnerschaft zwischen Charité und Bayer wollen wir eine strukturelle Weiterentwicklung anstoßen, um Berlin national wie international an die Spitze dieser zukunftsweisenden Technologie zu bringen. Das ist ein großer Schritt, aus Berlin für Berlin und Deutschland.“

Beschleunigung des Transfers von Forschungsergebnissen

Das Potential für Gen- und Zelltherapien gilt als enorm. Sie sind Hoffnungsträger für Menschen, bei denen herkömmliche Therapien versagt haben oder für die es bislang keine wirksame Behandlung gibt. Das Hauptziel des Translationszentrums ist die Beschleunigung des Transfers von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis. Durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen und Kliniker:innen soll die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien vorangetrieben werden. Besonders im Fokus stehen hierbei personalisierte Medizin, Gen- und Zelltherapien sowie biotechnologische Innovationen. Dies könnte erhebliche Fortschritte in der Behandlung von Krankheiten wie Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen und seltenen genetischen Störungen bedeuten.

Brutkasten für innovative Ideen

Teil des Berlin Center for Gene and Cell Therapies ist auch ein Inkubator mit voll ausgestatteten Laborflächen. Auch ist ein nach den Standards der guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) zertifizierter Produktionsbereich geplant, um Start-ups dabei zu unterstützen, ihre innovativen Ansätze für Gen- und Zelltherapeutika in die klinische Entwicklung zu bringen. Der Inkubator soll Start-ups auf dem Weg der Gründung begleiten und sie unterstützen, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln, außerdem werden die ausgewählten jungen Unternehmen Beratung zu regulatorischen Auflagen, klinischen Studien, Patentrechten und Business Development erhalten. Für den Betrieb des Inkubators gründen Bayer und die Charité eine gemeinschaftliche öffentlich-private, nicht gewinnorientierte Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Neue Muster erkennen, Therapien optimieren

Ein zentraler Bestandteil des Zentrums ist die Nutzung moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data. Diese sollen helfen, große Datenmengen aus klinischen Studien und Patientenakten zu analysieren, um neue Muster zu erkennen und die Entwicklung von Therapien zu optimieren. Bayer bringt hierbei seine umfangreiche Expertise in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung ein, während die Charité mit ihrem breiten klinischen Netzwerk und ihrer wissenschaftlichen Exzellenz die optimale Umgebung für klinische Studien und Patientenkontakte bietet.

Die Vorteile, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben, sind vielversprechend. Zum einen könnten neue, effektivere Behandlungsmethoden schneller und gezielter entwickelt werden. Patient:innen könnten personalisierte Therapien erhalten, die auf ihre spezifischen genetischen Profile abgestimmt sind, was für eine Erhöhung der Wirksamkeit bei gleichzeitiger Reduktion etwaiger Nebenwirkungen spricht.

Neue Partnerschaft erfordert transparente Strukturen

Neben den zahlreichen positiven Aspekten gibt es auch kritische Stimmen. Hauptpunkt hierbei betrifft die ethischen und, natürlich, die datenschutzrechtlichen Bedenken im Umgang mit sensiblen Patientendaten. Die Nutzung von KI und Big Data erfordert den Zugriff auf umfangreiche medizinische Datenbanken. Hier muss sichergestellt werden, dass die Daten der Patient:innen geschützt bleiben und transparent gemacht wird, wie diese Daten verwendet werden.

Auch die enge Zusammenarbeit zwischen einem privaten Pharmakonzern und einer öffentlichen Gesundheitseinrichtung wird teils kritisch gesehen und die wissenschaftliche Unabhängigkeit angemahnt. Die Prioritäten in der Forschung dürften nicht durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst werden. Hier wird es darauf ankommen, transparente Strukturen und klare Regelungen zu schaffen, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die wissenschaftliche Integrität zu wahren.

Trotz dieser Herausforderungen bietet das Translationszentrum von Bayer und der Charité eine einzigartige Chance, die Gesundheitsversorgung entscheidend zu verbessern und die medizinische Forschung auf ein neues Niveau zu heben. Mit der richtigen Balance zwischen Innovation, Ethik und sozialer Verantwortung ist dieses Projekt sicherlich ein weiterer Schritt in Richtung viel beschworene Präzisionsmedizin.

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Autorin: Claudia Dirks, Head of Communications Unboxing Healthcare

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