22.02.2024

BNITM baut ab 2025 neues Digitalzentrum für Gesundheitsforschung in Hamburg auf

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) plant einen bedeutenden Schritt in Richtung digitale Transformation. Ab 2025 wird das Zentrum mit dem Namen Computational Sciences for Pathogen Research and One Health etabliert, finanziert durch die Leibniz-Gemeinschaft. Dieses Zentrum wird alle Forschungssektionen des Instituts integrieren und mit zwei Professuren ausgestattet sein. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat die Finanzierung genehmigt.

Die Infektionsforschung erlebt einen Aufschwung, unterstützt durch fortschrittliche Computertechnologien. Das BNITMnutzt bereits computergestützte Ansätze und sieht in der Integration von Computertechnologien und Datenstrukturen in allen Forschungsbereichen eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Auswertung von Studienergebnissen. Ein neues Zentrum wird in zwei Hauptbereichen arbeiten: 1. Structure and Dynamics of Proteins und 2. New Generation Bioinformatics for Pathogens and One Health.

Das virtuelle Zentrum wird eng mit den fünf bestehenden Forschungssektionen zusammenarbeiten und innovative Lösungen entwickeln, um selbst gewonnene Primärdaten und verfügbare Datensätze zu kombinieren, zu analysieren und für umfassende Studien nutzen zu können. Besonderes Augenmerk gilt den vernachlässigten Tropenkrankheiten (zu Englisch: neglected tropical diseases, NTDs), bei denen aufgrund begrenzter Ressourcen eine Zusammenführung von Studiendaten oft nicht möglich ist.

Das BNITM plant, KI-gestützte Probandenbefragungen für Medikamenten- und Impfstoffstudien durchzuführen und digitale Fernkurse sowie Trainingsanwendungen für die Aus- und Fortbildung zu entwickeln. Zudem möchte das Institut den Aufbau eines innovativen Instituts in Subsahara-Afrika unterstützen, um die Analyse komplexer Datensätze zu Infektionskrankheiten im One-Health-Kontext zu stärken.

In Afrika fehlen Kapazitäten für die Analyse solcher Datensätze, daher plant das BNITM die Gründung eines African Institute for One Digital Health. Dieses Institut soll Forschungskapazitäten für klinische und epidemiologische Studien in endemischen Regionen aufbauen und die Teilhabe der afrikanischen Partner an der Analyse großer Studiendatensätze verbessern.

Für den neuen Bereich werden jährlich etwa drei Millionen Euro benötigt. Als Leibniz-Einrichtung strebt das BNITM an, Informationen und Erfahrungen mit anderen Institutionen zu teilen und die FAIR-Prinzipien für Open Data und Open Access zu befolgen. Das BNITM betont seine Rolle als Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre im Bereich tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten, mit Fokus auf Globale Gesundheit und One Health sowie der Translation von Grundlagenforschung in die Anwendung.

Autor: Dr. Tobias Krick, Founder und Co-CEO Unboxing Healthcare

Weiterführende Literatur:

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (2024) Weiterer Wachstumsschub beim BNITM. Abgerufen von: LINK

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