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Essentials

Peter Laaks

Redaktion

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Beyond Borders

So machen wir Europa zur Gesundheitsmacht

Europa zieht seine Stärke aus der gemeinsamen Vision einer besseren Zukunft. Diese Zukunft muss auch in der Gestaltung einer gemeinsamen Gesundheitspolitik zum Ausdruck kommen. Ein Europa als starke Gesundheitsmacht ist für mich keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Doch wie kann das konkret aussehen?

Gemeinsamer Innovationsraum

Die Errichtung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) wird die Art und Weise, wie wir Gesundheitsversorgung und -forschung betreiben, grundlegend voranbringen. Wir schaffen mit der Vernetzung von Daten einen Innovationsraum, um die besten Lösungen für Gesundheit bei uns in Europa entwickeln zu können. Dieser Rahmen wird Anziehungskraft entfalten, auf die innovativsten Köpfe und Start-ups in und außerhalb Europas. Dadurch können wir als Staatenverbund wirtschaftlich erfolgreicher, aber auch unabhängiger werden. Auch die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine koordinierte, grenzüberschreitende Antwort auf gesundheitliche Herausforderungen ist. Wir müssen unsere Datensilos aufbrechen und nutzbar machen. Nur so können wir in Europa auf eigene Forschungsdaten zugreifen und Innovationen fördern, die auf unsere europäischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Der EHDS schafft diese Grundlage, um im Bereich Gesundheit den Innovationsraum Europa zu stärken und uns für die Zukunft gut aufzustellen.

„Indem er einen grenzüberschreitenden, sicheren Zugang zu Gesundheitsdaten für Patient:innen und Ärzt:innen gewährleistet, ebnet der EHDS den Weg für eine personalisierte Medizin“

Beste Bedingungen für Forschung und Entwicklung

Darüber hinaus ist der EHDS eine treibende Kraft für die Beschleunigung der medizinischen Forschung. Durch den Zugang zu einem breiten Spektrum von Gesundheitsdaten in standardisierter und strukturierter Form können Forschende schneller Einblicke in Krankheitsmuster gewinnen, innovative Therapien entwickeln und letztlich die Gesundheitsversorgung evidenzbasiert verbessern. Darin liegt das Potenzial, das Wohlergehen der Menschen nicht nur in Europa, sondern weltweit zu verbessern.

Verantwortungsvolle Datennutzung

Ein wesentlicher Punkt ist dabei entscheidend – eine einheitliche(re) europäische Interpretation der DSGVO. Wir haben in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren in der öffentlichen Diskussion fast nur über Datenschutz und -sicherheit geredet. Und wir haben viel zu wenig darüber gesprochen, wie wir Daten zum Wohle der Menschen nutzbar machen können. Die Art und Weise, wie wir Datenschutz gemacht haben, war letztlich eine Art Daten-Nicht-Nutzung, faktisch ein Datenverbot. Das muss sich ändern. Natürlich ist Vertrauen und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung von großer Bedeutung und muss gewährleistet sein. Aber wir müssen aufhören, mit falsch interpretiertem Datenschutz den Fortschritt abzuwürgen. Datenschutz darf kein Showstopper sein, sondern muss uns leiten, Daten verantwortungsvoll zu nutzen. Die gemeinsame Haltung und verantwortungsvolle Nutzung kann unser europäischer Vorteil im globalen Wettbewerb sein. Wir ermöglichen die Nutzung und Vernetzung von Daten, um in Forschung und Versorgung das Beste für die Menschen zu erreichen.

Matthias Mieves

Matthias Mieves, MdB | Sprecher für e-Health der SPD-Bundestagsfraktion | LinkedIn | Foto: Christian Schneider

Immer zum Wohle der Menschen

Innovationen müssen dem Wohl der Menschen dienen und helfen, das Leben jedes Einzelnen konkret zu verbessern. Indem er einen grenzüberschreitenden, sicheren Zugang zu Gesundheitsdaten für Patient:innen und Ärzt:innen gewährleistet, ebnet der EHDS den Weg für eine personalisierte Medizin, die auf den spezifischen Bedürfnissen jedes Einzelnen basiert. Dies stellt einen Paradigmenwechsel dar, der die Effektivität von Behandlungen verbessern und gleichzeitig die Gesundheitssysteme effizienter machen kann. Die Freizügigkeit, grenzüberschreitende Arbeit, Umzug oder Reisen innerhalb der Union werden in Zukunft einfacher. Schon heute können wir frei entscheiden, wohin wir ziehen, aber der Umzug unserer Gesundheitsdaten ist kompliziert. Das wird besser. Ein gemeinsamer Gesundheitsdatenraum verbessert und erleichtert auch den Arbeitsalltag all derjenigen, die im Gesundheits- und Pflegebereich tätig sind. Unnötige bürokratische Mehrfacherfassungen müssen und werden der Vergangenheit angehören, damit mehr Zeit für die Patient:innen bleibt.

Die Errichtung des EHDS und die damit verbundene Neudefinition der europäischen Gesundheitspolitik ist ein entscheidender Schritt nicht nur zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung innerhalb Europas, sondern auch zur Stärkung seiner Rolle als verantwortungsvolle, starke Gesundheitsmacht. Durch die Förderung von Forschung, die Verbesserung der Patient:innenversorgung und das Setzen von Standards im Datenschutz trägt Europa maßgeblich dazu bei, die globale Gesundheitslandschaft zum Wohle aller zu gestalten.

Freiheit und Fortschritt geht nur mit vereinten Kräften

Die Wahlen zum Europäischen Parlament sind eine Gelegenheit, für ein Europa zu stimmen, das die Gesundheit und das Wohlergehen seiner Bürger:innen in den Mittelpunkt stellt. Ein Europa, das Innovation fördert, den Datenschutz achtet und eine führende Rolle in der globalen Gesundheitswirtschaft einnimmt. Die Stimme jedes Einzelnen ist entscheidend, um ein starkes Signal für die Zukunft Europas zu setzen – für ein Europa, das durch Solidarität, Freiheit und eine fortschrittliche Gesundheitspolitik definiert ist, sinnvollerweise auch mit einem dedizierten Gesundheitsausschuss im Europäischen Parlament. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen von heute und morgen bewältigen.

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