Inhalte der Ausgabe

Essentials

Peter Laaks

Redaktion

Redaktion

26

|

29

Beyond Blog

Die Zukunft der Gesundheit: Europawahlen 2024 und die digitale Evolution im Gesundheitswesen

In diesem Artikel beleuchte ich, welchen Einfluss der Ausgang der Europawahlen auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen haben wird und mit welchen Auswirkungen Kliniken rechnen müssen. Lasst uns eintauchen und sehen, welche neuen Wege sich für die Gesundheitsversorgung eröffnen können.

Die Europawahlen 2024 stehen bevor, und Europa befindet sich an einem Scheideweg, der für die Zukunft der Europäischen Union (EU) entscheidend sein wird. Während oft über die Themen Wirtschaft und Sicherheit debattiert wird, rückt ein Bereich zunehmend in den Fokus, der bislang häufig übersehen wurde: die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Als Managementberaterin in der Healthcare-Branche erlebe ich täglich die Herausforderungen und Chancen, mit denen Kliniken konfrontiert sind.

„Der Digitalisierungsschub deckt jahrzehntelange Investitionslücken auf“

Der Digitalisierungsschub deckt jahrzehntelange Investitionslücken auf. Wir haben uns lange genug erlaubt, die Investitionen für die Digitalisierung zurückzuhalten. Je mehr Projekte zur Digitalisierung in Kliniken entstehen, desto deutlicher wird, wie ineffizient und verschwenderisch mit den wertvollen Ressourcen im Gesundheitswesen umgegangen wurde. Dazu gehören ineffiziente Prozesse und veraltete Infrastrukturen. In der Folge ärgern wir uns über Datenschutzbedenken, (ausbleibende) Finanzierung oder fehlende interoperable Systeme. Politische Entscheidungsträger:innen spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen, die die Digitalisierung fördern und gleichzeitig die Bedenken der Stakeholder:innen berücksichtigen.

Die Wahl als Wegweiser

Die Europawahlen 2024 könnten ein Schlüsselmoment für die Digitalisierung im Gesundheitswesen sein, insbesondere durch die Einführung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (European Health Data Space/EHDS) im Jahr 2025. Die Europäische Kommission stellt eine Verordnung zur Schaffung dieses Raums vor, um

  • das volle Potenzial von Gesundheitsdaten für eine bessere medizinische Versorgung, Forschung und für Innovationen zu nutzen,
  • sicherzustellen, dass die Bürger:innen die Kontrolle über ihre eigenen Daten haben, und
  • der EU zu ermöglichen, das Potenzial von Austausch und Nutzung von Gesundheitsdaten unter gesicherten Bedingungen für eine bessere Politikgestaltung voll auszuschöpfen.

Der Europäische Raum für Gesundheitsdaten ist ein Eckpfeiler der europäischen Gesundheitsunion und der erste gemeinsame EU-Datenraum in einem spezifischen Bereich, der aus der EU-Datenstrategie hervorgeht.

Miriam Golis

Miriam Golis | Business Unit Manager | LinkedIn | Copyright: privat

Ehrgeiz und Vertrauen

Erste Projekte sind bereits geplant. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat ehrgeizige Pläne zur Nutzung von Gesundheitsdaten auf nationaler und EU-Ebene vorgestellt. Auf der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums für Medizinische Datennutzbarkeit und Translation (ZMDT) erläuterte Prof. Karl Broich Details und Projekte. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau des Forschungsdatenzentrums (FDZ) Gesundheit, das die Auswertung von Datensilos nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch EU-weit ermöglichen soll. Die Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten erfährt einen Anstieg, und Projekte wie KI-FDZ und Real4Reg zielen darauf ab, regulatorische Entscheidungen über Arzneimittel zu verbessern.

Die EU-Initiative für einen gemeinsamen Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) soll den Zugang und die Kontrolle der Patient:innen über ihre Daten ermöglichen. Die Umsetzung auf nationaler Ebene ist bereits in Arbeit, obwohl der EHDS noch nicht verabschiedet ist. Eine Herausforderung besteht darin, die Daten zu standardisieren, insbesondere in der elektronischen Patientenakte. Die Speicherdauer der Gesundheitsdaten im Forschungsdatenzentrum wird von 30 auf 100 Jahre erhöht, um langfristige Auswirkungen besser zu erfassen. Vertrauen ist ein grundlegender Faktor für den Erfolg des europäischen Raums für Gesundheitsdaten, der ein vertrauenswürdiges Umfeld für den sicheren Zugang zu einem breiten Spektrum von Gesundheitsdaten und deren Verarbeitung bieten wird. Die Europäische Datenstrategie soll die digitale Transformation des Gesundheitswesens vorantreiben und einen Rahmen für die gesamte EU schaffen, der einen sicheren, effizienten und ethisch vertretbaren Umgang mit Daten gewährleistet. Ich bin gespannt auf die Entwicklung!

Unsere Gründungspartner

Schreibe einen Kommentar!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du hast einen Fehler im Artikel gefunden?
Bitte hier melden:

Zum Formular
Consent Management Platform von Real Cookie Banner