Inhalte der Ausgabe

Essentials

Peter Laaks

Redaktion

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Facts & Figures

Spitzenkräfte auf europäischen Wegen

Die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU ist ein hohes Gut, das wir genießen dürfen. Auch im Gesundheitswesen macht sich die zunehmende Internationalisierung der medizinischen und pflegerischen Ausbildung bemerkbar. Ein Blick auf die Zahlen.

Europa ist in Bewegung, das zeigt eine gemeinsame Studie der OECD, von Eurostat und des europäischen WHO-Regionalbüros. Gemeint ist hier die Abwanderung von medizinischen Fachkräften in andere EU-Staaten untereinander. In den letzten 15 Jahren ist – betrachtet man viele europäische Länder für sich – der Anteil des im (EU-)Ausland ausgebildeten Fachpersonals gestiegen. Grund dafür ist einerseits, dass Arbeiternehmer:innen in der EU vermehrt von dem Grundrecht der Personenfreizügigkeit Gebrauch machen. Es fällt auf, dass vor allem von Ost nach West und von Süd nach Nord migriert wird.

„Arbeitsmigration in Europa ist wichtig und ein essentielles immaterielles Gut“

Das Thema der Arbeitsmigration diskutierten Panelist:innen des European Health Forum Gastein im September 2022. Über die Emigration des Gesundheitspersonals gab Tomas Zapata, Leiter des Referats Gesundheitspersonal beim europäischen WHO-Regionalbüro, zu bedenken, dass die gesamte [europäische] Region es mit „erheblichen Ungleichheiten bei der Verfügbarkeit von Fachkräften“ zu tun habe. Vom Fachkräftemangel ist Deutschland mit prognostizierten 1,8 Millionen offenen und nicht besetzbaren Stellen im Gesundheitswesen besonders betroffen.

Ausgabe 5 Facts-and-Figures_Prozentualer Anteil der im Ausland ausgebildeten Ärzt-innen in der WHO-Region Europa (Stand 2018)

Der Arbeitsmarkt der Pflege ist am dynamischsten

Um Future Leaders in Healthcare – anders ausgedrückt: Health Professionals wie (examinierte) Pflegekräfte – in den eigenen Ländern auszubilden, bedarf es politischer Anstrengungen: Der Personalnot müssen verbesserte Arbeitsbedingungen entgegengestellt werden.

Nico Amiri

Nico Amiri | Assistent der Geschäftsführung Unboxing Healthcare | LinkedIn | Foto: Unboxing Healthcare

Heutzutage ächzen Pflegekräfte unter einer zu niedrigen Personalbemessung und gleichzeitig unter zu viel Zeitaufwand für Dokumentationen. Was es braucht, sind intuitive Softwarelösungen und Schulungen des Personals, um digitale Dokumentation fest zu etablieren. Im besten Fall entlastet eine gut durchdachte digitale Transformation von Teilen der Pflege, in denen es Mehrwert bringt, das Personal auf einem hohen Niveau.

Ob nun Ärzt:innen oder Pflegepersonal. Arbeitsmigration in Europa ist wichtig und ein essentielles immaterielles Gut, aber wenn ein Plus an medizinischen Fachkräften hierzulande zur Folge hat, dass es andernorts auch zu einem Fachkräftemangel kommt, dann ist das Problem nur verschoben – nicht aufgehoben.

 

Weitere Informationen:

  • Calveley, M., Hardy, J., Shelley, S. (2015) Arbeitsmigration im Gesundheitswesen. Aus Politik und Zeitgeschichte. Abgerufen von: LINK
  • Jacob, G., Rakovac, I. Scotter, C., Williams, G., Wismar, M. (2020) Health professional mobility in the WHO European Region and the WHO Global Code of Practice: data from the joint OECD/EUROSTAT/WHO-Europe questionnaire. European Journal of Public Health. Abgerufen von: LINK
  • Peseckyte, G. (2022) Gerangel um medizinische Fachkräfte treibt Keil zwischen EU-Länder. Euractiv. Abgerufen von: LINK
  • PwC Deutschland (2022) Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen 2022. Abgerufen von: LINK

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