16.02.2024

Altenpflege: Weniger Heime und Fachkräfte und immer mehr Pflegebedürftige

In der sogenannten Deutschlandkarte Heimsterben, einem Onlineservice des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), listet der Verband alle Einrichtungen auf, die jüngst von Pflegeheimschließungen betroffen waren. Alleine im vergangenen Jahr schlossen über 800 Altenpflegeheime, auch aufgrund von Insolvenzen, vermeldete Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP). Das entspräche einem Verlust von 16.000 Pflegeplätzen. Schätzungen zufolge hätten Mitte des vergangenen Jahres 922.000 Plätze in circa 11.750 vollstationären Alten- und Pflegeheimen zur Verfügung gestanden. Hinzukommen mehr als 15.000 ambulante Pflegedienste (Stand: 2021). Stationäre und ambulante Dienste übernehmen einen wichtigen Teil der Versorgung der fünf Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland – 

die Steigerung der als pflegebedürftig geltenden Personen um fast 70 Prozent von 2015, verglichen mit 2021, rührt durch die gesetzliche Neuregelung der Pflegebedürftigkeit im Jahre 2017. Doch angesichts der hohen Kosten für Pflege im Heim und dem Rückgang von Heimplätzen werden zwei Drittel der Pflegebedürftigen – das sind mehr als drei Millionen Menschen – vorrangig oder gänzlich durch Angehörige gepflegt. Durch den demographischen Wandel und den bestehenden sowie sich wohl verschärfenden Fachkräftemangel steht die Altenpflege vor großen Herausforderungen. Neben dem AGVP fordern Verbände der Wohlfahrtspflege wirksame Maßnahmen. Im Koalitionsvertrag 2021 angekündigte Reformen wie die Begrenzung der Eigenanteile zur stationären Pflege bezeichneten die Verbände zu jener Zeit als Verbesserung. Weitere müssten folgen.

Interesse geweckt?

In unserem Magazin findest du weitere, spannende Artikel!

Unsere Gründungspartner

Consent Management Platform von Real Cookie Banner