25.01.2024

5 wichtige Erkenntnisse für Gründer:innen aus meinem Podcast Healthcare out-of-the-box

Seit über drei Jahren nehme ich regelmäßig Podcast-Folgen zum Thema Entrepreneurship und Innovation im Gesundheitswesen mit den erfolgreichsten und relevantesten Persönlichkeiten der Szene in meinem Podcast Healthcare out-of-the-box auf: Für diesen Beitrag habe ich einmal fünf wichtige Erkenntnisse für Gründer:innen im Gesundheitswesen zusammengefasst, um dir möglichst gut weiterzuhelfen. Lies den Text sorgfältig und du wirst sehr davon profitieren:

1. Investor:innen sorgfältig wählen und Finanzierungsrunden mit Bedacht durchführen:

  • Es ist wichtig die richtigen Investor:innen zu finden, die inhaltlich zum Projekt und zu den Gründer:innen passen – am besten solche, die auch eine zweite Finanzierungsrunde mitgehen können und solche, bei denen man auch ins Gesamtportfolio passt.
  • Es ist ratsam, so spät wie möglich und so früh wie nötig Geld einzusammeln. Wird zu früh Geld eingesammelt, wird es häufig für unnötige Investitionen ausgegeben. Daher ist es insbesondere in der Anfangsphase ratsam möglichst, „lean“ zu starten.
  • Investor:innen und Jurys sind subjektiv und manchmal spielen unfaire Faktoren eine Rolle.
  • Es gibt genug Geld im Markt – such dir daher eine:n ethische:n Investor:in.
  • Gute Kontakte öffnen die Türen bei Investor:innen und helfen, Vertrauen aufzubauen.
  • Wer sich vorbereitet, gewinnt – egal ob im Investor:innengespräch oder sonstigen Gesprächen. Eine Reflexion im Vorfeld über die Ziele, die eigenen Stärken, das eigene Produkt und darüber, was man will, führt schließlich zum Erfolg.
  • Es ist auch als Sologründer:in möglich, eine Finanzierung bekommen.
  • Venture Investor:innen müssen versuchen, bei einem Verhältnis von 90 Prozent irrelevanter Investitionen mit den zehn Prozent verbleibenden Investitionen einen hohen Gewinn zu erwirtschaften. Daher interessieren sie sich vor allem für Produkte, die stark skalierbar sind und zum Beispiel das Potenzial haben, „Plattformen zu werden“. Interessant sind daher vor allem Lösungen, bei denen die Gründer:innen auch den Willen haben, so groß zu denken. Das ist schon beim Herantreten an einen Fonds ein wichtiges Kriterium.
  • Bootstrapping, also die Eigenkapitalfinanzierung, hat viele Vorteile, sorgt aber insbesondere am Anfang dafür, dass Marketing wegen begrenzter Ressourcen vernachlässigt wird.

 

2. Die Gründer:innen brauchen viel Durchhaltevermögen:

  • Als Gründer:in solltest du dir ein Mantra einverleiben: „du musst unbedingt dranbleiben, auch wenn es nicht gleich klappt – oder andere nicht daran glauben“
  • Du musst selbst an deine Ideen glauben, große Motivation einbringen und dein eigenes Herzblut reinstecken. Du darfst niemals aufgaben.
  • Er braucht das Feuer und die Leidenschaft für deine Themen, um die Herausforderungen beim Thema Gründung zu überstehen und weiterzumachen!
  • Du darfst dabei gegen den Strom schwimmen, mutige Entscheidungen treffen, in die Zukunft schauen und darüber nachdenken, was mal relevant sein könnte.
  • Bei allem Durchhalten brauchst du auch Flexibilität. Wo geht’s jetzt hin? Wo kann ich das Unternehmen/Produkt noch hin entwickeln. Niemals stehen bleiben!
  • Du darfst dich von den „Neins“ anderer nicht abhalten lassen.

 

3. Achte stets auf deine Gesundheit:

  • Deine Gesundheit als Gründer:in ist einer der wichtigsten Faktoren für langfristigen Erfolg.
  • Versuche, genug zu schlafen, da dies sonst Auswirkungen auf deine Konzentration und Leistungsfähigkeit haben wird.
  • Nimm dir für dich – selbst als Gründer:in – Zeit. Niemand achtet auf dich, also musst du auf dich selbst achten. Das heißt auch mal: Auszeiten nehmen, sich gesund erhalten, Urlaube planen, sich Zeitinseln schaffen für Familie und Freund:innen – dort offline sein und die Welt wird sich trotzdem weiterdrehen und das Geschäft geht auch weiter.
  • Wer es übertreibt, kann auch mit 30 schon einen Herzinfarkt bekommen; der eigene Anspruch an die Arbeit, das eigene Engagement und wie man sich im Verhältnis zur Arbeit beurteilt. Auch wie man sein Privatleben darum herum gestaltet, hat einen Einfluss auf das Leben und die Gesundheit. Weniger zu arbeiten, kann sogar erfolgreicher machen.
  • Sorge vor! Sorge insbesondere für den Fall vor, dass es passieren kann, dass du vom einen auf den anderen Tag vielleicht ausfällst. Sich selbst ersetzbar machen, Vollmachten einrichten und auch die operativen Tätigkeiten frühzeitig auf andere zu übertragen hilft.

 

4. Selbstvermarktung ist ein Schlüssel zum Erfolg:

  • Selbstvermarktung ist erlaubt:„Tue Gutes und sprich darüber“. Was nützen uns Innovationen, die keiner kennt?
  • Social Media und Marketing sind für Healthcare-Start-ups, gerade, wenn sie eine bereite Zielgrupp haben, enorm wichtig.
  • Start-ups sollten genau verstehen, mit welchen Menschen sie es in ihrem Geschäftsmodell eigentlich zu tun haben und müssen genau verstehen, wie diese Personen denken, um ihr Marketing darauf auszurichten.
  • Gute Start-ups haben eine möglichst logische und einfach kommunizierbare Value Proposition. Je nach Zielgruppe bringt dies riesige Vorteile, weil es die Chancen, Kund:innen zu finden oder Investor:innen zu überzeugen,vereinfacht.
  • Die Personal Brand der Gründer:innen ist wichtiger als die eigentliche Unternehmensbrand, weil man als Person auch über das Unternehmen hinaus noch aktiv sein möchte, die Personal Brand positive Effekte auf die Unternehmensmarke hat, Vertrauen aufbaut und die Gründer:innen im Zweifelsfall auch schützt. Man erlebt vielleicht einen Exit und dann ist man ohne das Unternehmen vielleicht „ein Niemand“ (nicht bekannt). Also pflege deine Personal Brand!
  • Sei proaktiv als Gründer:in und gehe auch auf Veranstalter:innen zu, um Bühnenpräsenz zu bekommen. Wenn du auf der Bühne bist, dann ist Showtime! Rock die Bühne und hinterlasse einen positiven Eindruck!

 

5. Du solltest deine Lösungen stets testen:

  • Du musst mit deinem Produkt möglichst schnell rausgehen und möglichst schnell einen Prototypen entwickeln, um diesen in einer realen Umgebung testen.
  • Du solltest das Userfeedback (beim Validieren der Idee) einbeziehen, aber auch bei der Validierung des Markts.
  • Du solltest dich fragen, ob es überhaupt ein skalierfähiges Geschäftsmodell für deine Lösung gibt.
  • Für den Erfolg eines Start-ups ist es leider nicht nur relevant, wie gut die Idee (inhaltlich) ist und wie viel Potenzial zur Versorgungsverbesserung dahinterstecken – ein Digital Health Produkt braucht in erste Linie einen guten Product Market Fit.
  • Der Mehrwert in der Anwendung sollte ganz klar und deutlich zu erklären sein.
  • Du solltest dich nicht in dein Produkt verlieben und dir immer nur selbst erzählen, wie großartig es ist.
  • Gesundheitseinrichtungen (wie Krankenhäuser) testen ein Produkt in der Regel erstmal in einer Pilotanwendung und skalieren es dann erst bei Passung die Anwendung hoch.
  • In der Pilotphase musst du Begeisterung herstellen und die Mehrwerte aufzeigen.

 

Mit diesen fünf Strategien sollte dem Einfluss und der Aufmerksamkeit deiner digitalen Lösung im Gesundheitswesen nun nicht mehr viel im Wege stehen.

Autor: Dr. Tobias Krick, Founder und Co-CEO Unboxing Healthcare

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